Objekte

KLOTHING

Die Toiletten stehen als Sinnbild für menschliches Handeln. Eine digitale Arbeit von Künstlerin Sonja Brandl.

Die Toiletten stehen als Sinnbild für menschliches Handeln. Das was der Mensch in die Schüssel macht stinkt. Stinken tut auch die Gier nach mehr, die Ausbeutung von Natur, Ressourcen, Tieren und Menschen. Konkret geht es hier um die Textilindustrie. Das Unrecht in diesem Bereich tragen wir in unserer Kleidung mit uns. Menschen gehen shoppen und holen sich noch mehr von diesem Elend nach Hause und hüllen sich damit ein. Egal ob sie es brauchen oder nicht. Es ist dieses Verlangen nach mehr. Das hippe Gefühl von “will haben“. Diese Kleidung, die geschwängert ist von Ausbeutung und Unmenschlichkeit, kann in allen Preisklassen konsumiert werden.

2012/13, 4 von 11 Teilen der digitalen Serie. Fotos, Blei- und Buntstift auf Tranparentpapier

VOLLGETEXTET

TEXT BILD SKULPTUR Installation von der Künstlerin Sonja Brandl

Es gibt Texte im Verborgenen und Texte für alle sichtbar. Die Bedeutung des Textes ist in dieser Arbeit ein Nebenprodukt. Es geht um das, mit hunderten von Worten, bedruckte Papier. Der Inhalt den ein Herr Gwen Bristow in seinem Roman mit 648 Seiten Kalifornische Sinfonie schrieb, spielt hier keine Rolle. Auch die Geschichte von Olav Audunssohn auf über 900 Seiten von Frau Sigrid Undset hat in diesem Zusammenhang keine Bedeutung. Selbst das Internationale Freimaurer – Lexikon, das sich im Inneren der Jacke befindet, ist ein Nebenprodukt des Papieres. Wichtig ist nur das TextBild das aus diesen Worten entstand und auf der Jacke zu einem neuen Bild zusammen gewachsen ist. Wenn es Menschen gibt denen es Spaß macht die Jacke zu lesen und sich näher mit Sätzen wie „Was würde er ihr bringen?“, „Sicher ist man nie.“, „Durch eine Tür zur Linken sahen sie flüchtig einen Chirurgen bei einer Operation“ oder „ Im 18. Jahrhundert entstand in K. die Loge „ Le Secret des trois Rois.“ beschäftigen sind dazu natürlich herzlich eingeladen.

2013, Jacke Gr. 34, genäht aus mehreren Lagen Buchseiten. 3 Buchcover mit Tusche und Bleistift bearbeitet.

DAS BESTÄNDIGSTE IST DIE VERÄNDERUNG

Einfachheit und Wahrheit steckt in diesen Worten. Oft müssen wir unsere Verhaltensmuster verändern, um die Art von Beständigkeit aufrecht erhalten zu können, die wir für unser Leben brauchen. Die 7 Jacken dieser Installation wurden aus aussortierter Bettwäsche, in mehreren Lagen, genäht. Durch das neue Sein bleibt das Grundmaterial der Bettwäsche in Form von Jacken beständig.

2012/13, Installation aus 7 Jacken, genäht aus 7 Lagen aussortierter Tuchentüberzügen.

LICHT

Lampen aus Schlauchgewebe gefüllt mit Leinenfäden und Samen. Desing, entwurf und Umsetzung von Künstlerin Sonja Brandl.

Die Gewebe dieser Lichter entstanden in meiner Studienzeit zum Thema: Landung von Aliens am Flachdach der Universität Mozarteum.

2009 & 2015, Schlauchgewebe: Kette: Nylonschnur / Schuss: Schlauch, teilweise gefüllt mit Leinsamen und gefärbten Leinenfäden. Gestell: Eisen

NATURSTÜCK

Fundstücke aus der Natur stehen in diese Arbeiten im Kontrast zu dem weichen, textilem Material von Künstlerin Sonja Brandl. Salzburg, Obertrum

Fundstücke aus der Natur stellen in dieser Arbeit einen Kontrast zu der textilen Bearbeitung dar. Es ist Eins und hat zwei Ausprägungen die im Gegensatz zu einander stehen. All zu leicht kippt Emotion von einem ins andere Extrem. Unzusammenhängendes bekommt einen Zusammenhang. Scheinbares Chaos in unwirklicher Ordnung.

Ein Spaziergang durch den Wald. Ein Auto verrottet zwischen Bäumen. Ein Kühler. Langsam, ja fast zärtlich schmiegen sich die textilen Gebilde widersprüchlich in die Lamellen.

2015 / technische Fundstücke aus der Salzach und dem Obertrumer Wald mit textilem Material bearbeitet.

SMARTPHONE

Kiefer Holzskulpturen zum Thema. Mensch und Smartphone von Künstlerin Sonja Brandl, Salzburg.

Wie ein neues Körperteil nimmt diese technische Hilfsmittel Einzug in alle Bereiche menschlichen Daseins. Es scheint als würde dieses Ding mit dem Menschen verschmelzen und zu einem neuem Körperteil mutieren. Damit nicht genug. Es verändert uns Menschen. Alltagserleichterung geht Hand in Hand mit Abhängigkeit.

2014 / 8 Figuren ca. 27 cm hoch aus Kiefer Holzpfosten gearbeitet.

MÄNTEL / IM VERBORGENEM

In dieser Arbeit geht es um das Verborgene. Ein Spiel mit den Dingen, die man nicht von sich zeigt. Fähigkeiten, die man in sich trägt und dort versteckt, sich vielleicht dafür schämt, da sie möglicherweise als nutzlos oder unschön betrachtet werden könnten. Es geht um die künstlerische Gestaltung, die im Verborgenen schlummert.

2013/14, alte Mäntel mit unterschiedlichen Textiltechniken und Probestücken aus der Studienzeit am Mozarteum bearbeitet.